| Roadtrain |

Australische Road Trains - King of the Roads
--> Die deutschen Maße
--> Road Train
--> Dolly & A-Trailer: Wie werden an eine Zugmaschine 2-4 Auflieger gekoppelt?
--> B-Double, B-Triple, B-Train, Triple Road Train?
--> Achslasten & Co
--> Sicherungsmaßnahmen des Road Trains
--> Verhalten bei einem Road Train
--> Sprüche
Viele würden wohl Purzelbäume schlagen vor Glück, wenn sie nach Australien dürfen. Aber, es ist ja doch ganz schön 
weit. Aber kommen wir zu dem, was ich hier beschreiben wollte: Was ist eigentlich ein Roadtrain und gibt es da 
Bestimmungen? 
Vorweg: Es gibt sie und die sind auch sehr strikt.
[oben] --> Die deutschen Maße
Zu aller erst mal die Begriffserklärung, damit es da nicht gleich zu Verwechslungen kommt: 
Zugmaschine: Traktor/ Unimog / Zugmaschine oder ähnliches Fahrzeug, welches Anhänger
ziehen kann.
Kfz-Zug: Kombination aus einer Zugmaschine und maximal zwei Anhängern Dies kann auch
eine Sattelzugmaschine sein ,die dafür ausgerüstet ist Anhänger ziehen zu können . Dies 
sieht man oft bei Schaustellern, dort ist die Sattelplatte häufig nur durch einen 
abnehmbaren Kastenaufbau verdeckt.
Sattelzugmaschine: : Zugmaschine, welche in der Lage ist, Ladung zu ziehen und einen 
nicht unwesentlichen Teil der Last zu tragen Sattelauflieger (Trailer): Anhänger der per Königsbolzen an eine Sattelzugmaschine
angekoppelt wird. Darf bis zu 13,6m lang sein, bei Spezialausführungen (Schwertransporte)
auch länger.
Sattelkfz: Kombination aus Sattelzugmaschine und Sattelauflieger (Trailer), ergibt Verkehrsrechtlich einen LKW. Kann nicht als Sattelzug bezeichnet werden, da
Sattelzugmaschine + Sattelauflieger = Sattel-Kfz (oder Lkw)! Hinter einem Sattel-Kfz sind keine Anhänger erlaubt!
LKW-Zug: Kombination aus einem Lkw und einem Anhänger
Breite: Ohne Sondergenehmigung darf eine Breite von 2,55m nicht überschritten werden
(Ausnahme: Kühlfahrzeuge dürfen - konstruktionsbedingt - 2,60m breit sein)
Normalerweise dürfen Kfz(LKW)-Züge eine maximale Länge von 18,00m haben, erlaubt sind 
zwei (ein) Anhänger. 
Ausnahme: 
Ein Lkw-Zug darf 18,75m lang sein, wenn beide Ladeflächen (LKW+Anhänger) zusammen eine
Ladeflächenlänge von 15,65m ergeben und der Abstand zwischen Motorwagen oder LKW und
Anhänger zwischen 0,35m und 0,75m beträgt.

Ein Sattel-Kfz (Sattelzugmaschine+Sattelauflieger) darf insgesamt 16,5m lang sein, wenn der 
Abstand von der Mitte des Königsbolzens bis zum hinteren Ende der Ladefläche 12m beträgt
und der Überhangradius von der Mitte des Königsbolzens zur äußeren Trailerecke 
(rechts/links) 2,04m beträgt. (Sonst maximal 15,50m)

Die Überlängen, ein Kapitel für sich:
Ladung darf bis zu einer Höhe von 2,50m nicht nach vorne überstehen, da dieser Raum für andere Verkehrsteilnehmer
geschützt werden soll.
Ab 2,50m Höhe ist ein Ladungsüberhang nach vorne bis zu 0,5m über das Fahrzeug oder bei Zügen über das 
Zugfahrzeug erlaubt.
Grundsätzlich sind Ladungsüberhänge nach hinten bis zu 1,5m erlaubt, ab 1m Überlänge sind sie jedoch 
Kennzeichnungspflichtig. Bis zu 3m maximal bis 100km Entfernung. Dabei darf die Gesamtlänge von 20,75m nicht 
überschritten werden.
Aber auch hier gibt es natürlich wieder eine Ausnahme:
[oben] --> Australische Trucks
Die meisten Zugmaschinen müssen für den Betrieb in Australien speziell umgerüstet werden. Als erstes betrifft dies das
Kühlsystem. Die Trucks haben größere Kühler, um im Sommer und dazu im Landesinnereren den hohen Temperaturen 
gewachsen zu sein. 50°C sind im Gegensatz zu unseren Breiten normal. Eine weitere Besonderheit stellen an der
Front die furchteinflößenden Bullbars (Kuhfänger) dar, die keineswegs Zierde sind! 
Ein vollbeladener Roadtrain benötigt bis zu zwei Kilometer Strecke um aus voller Fahrt ohne blockierende Räder zum 
Stillstand zu kommen. Das macht schnelles Bremsen völlig unmöglich. Auch wäre es viel zu gefährlich, wegen einem 
Känguru, Emu oder Rind ein Ausweichmanöver mit einem Roadtrain zu starten, dies könnte z. B. bei einem Roadtrain, 
der 125 Tonnen Benzin transportiert, katastrophale Auswirkungen haben.
Somit bleibt den Fahrern nichts anderes über, als ihr Signalhorn zu benutzen (das häufig eher an das eines 
Kreuzfahrtschiffs erinnert) und zuletzt auf ihre massiven Bullbars zu vertrauen.
Im Gegensatz zu europäischen Trucks haben die meisten Zugmaschinen in Australien zwei doppelbereifte Achsen unter
der Sattelplatte, um schwere Auflieger aufnehmen zu können. Das heißt, die Zugmaschine ist eine so genannte 6x4 
Sattelzugmaschine, es werden von den 3 Achsen die hinteren beiden (die unter der Sattelplatte) angetrieben.
Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 100km/h, nicht 80km/h wie z. B. in Deutschland.
Ein weiterer Unterschied ist, das ein Truck in Deutschland nur maximal 4,00m hoch sein darf, in Australien sind bis zu
4,30m erlaubt.
[oben] --> Road Train
Aber kommen wir zum Thema, dreht sich
dieser Bereich doch über den König der 
Truck Welt, australische Road Trains mit 
ihren gigantischen Maßen - 79 bis 149t 
maximales Gesamtgewicht - bis zu 53,5m 
lang (entspricht der 3-fachen Länge der
deutschen Bestimmungen!)
Wie kommen diese ungeheuren Längen und
Gewichte zustande?
In Australien ist es auf vorgegebenen 
Strecken erlaubt, mehrere Auflieger hinter
eine Zugmaschine zu koppeln.
Damit kommen die für unsere Verhältnisse 
wahnsinnigen Gespanne zustande.
Dabei gibt es in Australien die 
verschiedensten Arten, wie Trucks 
unterwegs sind. 
3- oder 4-achsig als Hauber (Kabine hinter
der 1. Achse, siehe Grafik Schema 1 bzw. 
2) oder als für unsere Breiten normale 
Conventional Version (Kabine über der 1.
Achse, siehe Grafik Schema 6/ 9/ 10).
Ab einer Länge von 27,5m bezeichnet man 
die Trucks als Road Trains, die speziell 
gekennzeichnet werden müssen, darauf 
gehe ich später in 
Sicherungsmaßnahmen des Road
Trains näher ein.
 
[oben] --> Dolly & A-Trailer: Wie werden an eine Zugmaschine 2-4 Auflieger gekoppelt?
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird hinter den Auflieger
ein Dolly gespannt, oder der Auflieger selbst fungiert als Aufnahmepunkt per Sattelplatte. 
Ein Dolly besteht eigentlich nur aus 2 oder 3 Achsen, die an den Auflieger gekuppelt werden. 
Dabei beherbergt dieser Aufbau eine normale Sattelplatte die auch auf einer Zugmaschine 
montiert ist.
Die andere Möglichkeit besteht darin, die Sattelplatte direkt im Auflieger zu integrieren. Dazu sind die
Achsen des Aufliegers so angeordnet, das sie eine Plattform bieten um den nächsten Auflieger per
Sattelkupplung aufzunehmen. Die eigentliche Ladung ist vor den Achsen angeordnet. Diese Auflieger 
werden auch als A-Trailer bezeichnet
   
[oben] --> B-Double, B-Triple, B-Train, Triple Roadtrain?
Ein B-Double ist eigentlich nur eine Kombination
von zwei Aufliegern, wobei der erste Auflieger 
die Sattelplatte für den zweiten Auflieger 
beherbigt (= A-Trailer).
Beim B-Triple sind statt zwei gleich drei Auf-
lieger zusammengekoppelt.
Als B-Train wird die Fahrzeugkombination mit 
einer B-Double/Triple Kombination mit einem 
normalen Auflieger bezeichnet
Als Triple Roadtrain (hier; sixteen axles) bezeihnet man einen Roadtrain, der drei vollständige Auflieger zieht. Er wird 
also nur so bezeichnet, wenn er ausschließlich Auflieger und Dollys beinhaltet, keine A-Trailer.
[oben] --> Achslasten & Co
Die Achslasten werden bestimmt durch die verschiedenen Funktionen der Achse (Lenk- oder nur Tragachse) und ob es 
eine Einzel-, Doppel- oder Dreifachachse ist.
Eine Doppelachse mit Doppelbereifung darf maximal mit 16,5t belastet werden, eine Dreifachachse mit Doppelbereifung 
mit maximal 20t.
Einzelne Steuerachsen dürfen mit maximal 6t, doppelte Steuerachsen mit maximal 9t belastet werden.
[oben] --> Sicherungsmaßnahmen des Roadtrains
Ein Zug bis 19,5m Gesamtlänge muss nicht 
gesichert werden.
Züge von 19,5m bis 27,5m müssen durch das 
Schild "LONG VEHIKLE" gekennzeichnet werden.
Dürfen nicht in Innenstädte fahren sind aber 
ansonsten nicht an bestimmte Strecken 
gebunden.
Das Schild muss nur am Heck des Fahrzeugs angebracht werden - mindestens 0,5m über der Fahrbahn.
Trucks mit einer Länge von 27,5m bis 53,5m müssen mit dem Schild "ROADTRAIN" gesichert werden.
Das Schild muss an der Front und am Heck des Trucks angebracht werden, ebenfalls mindestens 0,5m über der Fahrbahn.
Falls das "ROADTRAIN" auf zwei Schilder verteilt wird müssen beide Schilder auf derselben Höhe angebracht werden.
[oben] --> Verhalten  bei einem Road Train
Einen deutschen LKW zu überholen ist, zumindest auf der Autobahn, eigentlich kein Problem. Man scherrt nach links aus 
und gibt mehr oder weniger Gas. Nur Baustellen, enge Fahrspuren oder viel Verkehr erschweren dieses Manöver.
Australische Road Trains stellen mit ihren Ausmaßen, der Geschwindigkeit und den Verkehrsverhältnissen andere 
Ansprüche an den Fahrer.
Roadtrains sind bis zu 53,5m lang und selbst diese Riesentrucks dürfen aufgrund der enormen Entfernungen in 
Australien auf den Straßen mit 100km/h unterwegs sein! In einem Gefälle können sie weitaus schneller werden, 
schon allein wenn sie sich rollen lassen.
An Steigungen hat man wiederum das Bild genau andersrum. Die Trucks "kriechen" mit 40-50km/h den Berg hinauf, 
79-149 Tonnen wollen halt den Berg hinauf.
Doch nun anzunehmen, das der ideale Überholpunkt an einem Berg liegt, da der Truck ja ziemlich langsam ist, ist der 
tödlichste Fehler, den man machen kann!
Denn wer weiß, was hinter der Anhöhung den Berg hochfährt und einem gleich entgegenrauscht? 
Womöglich ein gut 53m langer, 150t schwerer Roadtrain, der wieder Fahrt aufgenommen hat und bei dem man sicher
sein kann, das der Fahrer sein Gefährt bei um die 100km/h nicht wegen eines PKWs in die Botanik lenkt. Denn solch ein 
Roadtrain ist alleine schon schwer genug zu lenken und die Gefahr, das er umstürzt und sich schlimmstenfalls 125.000l Benzin 
verteilen, ist einfach zu groß. Die sehr stabilen Bullbars vorne an der Zugmaschine können auch mit minimalen Verfomungen
ein Känguru oder ein Rind aushalten, ein PKW wäre zwar ziemlich heftig, aber es würde wohl halten.
Wie der PKW danach aussieht, möchte ich hier besser nicht beschreiben, das kann sich jeder selbst ausmalen.
Was Roadtrain-Fahrer auch gar nicht gerne sehen ist es, sich vor einer Ampel vor den Truck zu setzen und an der Ampel
zu stehen. Der Road Train fängt sehr früh an zu bremsen, klar, aber das hat auch seine Gründe die nicht nur die reine 
Masse betreffen. Man kann besser länger weniger bremsen als voll in die Eisen steigen - wenn die Bremsen versagen ist 
ein 79-149t schwerer Road Train nicht so lustig. Und wenn man dann seelenruhig an der Ampel steht, hat man in einem 
PKW keine Chance.
[oben] --> Sprüche
Immer wieder finde ich Sprüche von LKW Fahrern oder mir
fällt selbst etwas ein. Es ist ja leider so, das der Beruf des
LKW Fahrers eher schlecht angesehen ist und das 
Fernsehen trägt dazu natürlich auch einen stattlichen 
Beitrag bei. Dort ist es ja so, das der LKW Fahrer nur fährt, um 
PKWs zu ärgern...

Vielleicht regen diese Sprüche hier zum denken an:
- Bis man Leberwurst per e-mail verschicken kann, müssen wir 
uns die Straße leider teilen
- Natürlich bin ich langsamer als Sie. Ich schleppe ja auch 
gerade Ihren spanischen Rotwein nach Hause!
- Wenn Sie versprechen, alte Tageszeitungen zu lesen und 
abgelaufene Joghurts zu essen, werden wir uns nie 
wiedersehen (Versprochen!)
- Wir rollen nur für ihr Wohl!
- Ohne Laster gibt's von allem zuwenig!
- Die Politik darf den LKW nicht überrollen.
- Friends on the Road
- Mit dem LKW, oder wollen sie es selber tragen?
- Wir bringen was sie täglich brauchen, und möchten Kavallier sein, ihr LKW-Fahrer.
- Das hier könnten auch 50 PKWs sein!

Die neue Werbekampagne "Mehr Verständnis für Lkw-Fahrer" von Daimler-Chrysler, wieder einmal genialste Sprüche, 
die anregen zum nachdenken:
http://www.mercedes-benz.de/mbd/tgp06/0,3599,C40ND_1D_Pop18,00.html (externer Link)

Die Sprüche:
- Ohne mich wäre die Autobahn schön leer. Genau, wie Ihr Kühlschrank.
- Wenn Sie Ihren Edamer selbst aus Holland nach Hause rollen, fahre ich nie wieder vor Ihnen.
- Ich bin Ihnen zu langsam? Ich möchte Sie mal rennen sehen - mit 800 Kästen Bier auf dem Buckel.
Australisch, unvergeßlich:
"If you can't see my mirrors, I can't see you!"

(c) Henning Richter